
BIO
Die Künstlerin wurde 1964 im Iran geboren und wuchs während der Zeit der Pahlavi-Dynastie auf. Ihre Jugend war geprägt von den politischen und gesellschaftlichen Spannungen dieser Epoche. Trotz der Einschränkungen für Frauen begann sie in Teheran ein Studium der Malerei.
1986 verließ sie den Iran und kam nach Deutschland. Ihr begonnenes Kunststudium setzte sie später an der Kunstakademie Münster fort und schloss ihre akademische Ausbildung 2016 an der Universität zu Köln ab.
Heute lebt und arbeitet sie in Deutschland. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Materialexperiment und Installation und wurden in verschiedenen Ausstellungen im europäischen Kontext gezeigt.
Artist statement
Kunst entsteht dort, wo Körper, Blick und Werk einander begegnen.
Jamilehs Arbeit basiert auf einem Naturverständnis, das keine klare Trennung zwischen Mensch, Körper und Welt kennt. Ihre Bildsprache verweigert sowohl das klassische Stillleben als auch die isolierte Form. Stattdessen entstehen Bildräume, in denen Elemente miteinander in Beziehung treten, sich berühren und aufeinander reagieren.
Ihre künstlerische Praxis ist geprägt von einer kulturellen und philosophischen Perspektive, die die Welt als ein zusammenhängendes Gefüge begreift. Erinnerung, Traum und Wahrnehmung bilden zentrale Ausgangspunkte ihres bildnerischen Denkens. Figuration und Abstraktion gehen dabei ineinander über, ohne sich eindeutig voneinander abzugrenzen.
„Für mich existiert kein Stillleben im klassischen Sinn. In meinem Blick kommunizieren alle Teile der Welt miteinander – sichtbar oder unsichtbar.“
Ein zentrales Thema in Jamiles Arbeit ist die Präsenz des Menschen, insbesondere des weiblichen Körpers. Körper erscheinen nicht als stabile Formen, sondern als vielschichtige Strukturen, geprägt von Zeit, Erfahrung, Herkunft und gesellschaftlichen Zuschreibungen. Der Körper wird so zu einem Ort, an dem persönliche und kollektive Erinnerungen sichtbar werden.
Die entstehenden Bildräume bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion. Formen lösen sich teilweise auf, werden gestisch überformt oder erscheinen nur noch als Spuren von Bewegung und Wahrnehmung. Fragmentierung, Überlagerung und Auflösung werden dabei zu bildnerischen Strategien, durch die innere Bilder sichtbar werden.